Profil anzeigen

Holstein Kiel – Die Woche / Das erste Survival-Match

Holstein Kiel – Die Woche Holstein Kiel – Die Woche
Moin, liebe Leserinnen und Leser,
den Klassenerhalt “noch aus eigener Kraft” schaffen zu können, gehört zu den beliebtesten Durchhalteparolen im Abstiegskampf –verwendet, um die eigene bescheidene Lage aufzuwerten, wenn es so richtig eng wird. Bei Holstein Kiel mussten diese Worte bei sechs Punkten Polster auf Platz 16 noch nicht bemüht werden. Das 1:3 am Sonnabend beim SV Darmstadt hat aber die Zweifel genährt, dass ein immer noch wahrscheinlicher Ligaverbleib wirklich aus “eigener Kraft” erreicht wird – Holstein hängt am Tropf der anderen.
Die Störche spielten am Böllenfalltor wie ein Absteiger, hatten Glück, dass Dynamo Dresden tags zuvor nicht gepunktet hatte und der Abstand auf den Relegationsplatz weiter geschmolzen war. 34 Punkte hat die KSV auf dem Konto. In der vergangenen Saison wäre man damit auf Platz 16, einen Zähler vor dem gefürchteten Relegationsrang eingelaufen. Austesten, ob das auch 2021/22 reichen könnte, sollten die Kieler in den letzten sechs Ligapartien aber nicht.
“Wir haben nun sechs Spiele vor der Brust, in denen es nur ums Überleben geht”, wurde KSV-Routinier Fin Bartels unter der Woche dementsprechend deutlich. Das erste Survival-Match: das Nordduell gegen den HSV, am Sonntag (13.30) im erstmals seit November 2019 ausverkauften Holstein-Stadion. Eigentlich die perfekte Kulisse, um einen großen Ausfallschritt Richtung Klassenerhalt zu machen.
Nur: Wo soll die Mannschaft das auf einmal hernehmen, wo doch zuletzt hinten wie vorne nichts gelang? Vielleicht ist nun die Zeit für den großen Auftritt von Fiete Arp. Der 22-Jährige, dessen Leihvertrag in Kiel am Saisonende ausläuft, spielt im Saisonendspurt auch um die eigene Zukunft. Ein Glanzmoment, ein Solo, ein Tor gegen den Ex-Klub, von dessen Fans er im Hinspiel ausgepfiffen wurde? Nein, der KSV-Angreifer gibt sich vor der Partie keinen Träumereien hin. “Die Situation gibt es gerade nicht her, um in Gedanken zu versinken und sich Dinge auszumalen”, sagte Arp im Gespräch mit KN-online.
Zumindest verbal hat die Holstein-Mannschaft den Abstiegskampf angenommen. Jetzt muss sie es noch auf dem Platz zeigen. Zweikampfhärte, Biss, Willen: Plattitüden, ohne die in dieser Liga eben doch nichts geht. Oder wie Holstein-Cheftrainer Marcel Rapp befand: „Der Inhalt ist mir wichtig, aber ohne die Basics sind die Inhalte nichts wert.“
Dass der 42-Jährige der richtige Expeditionsführer auf der Suche nach dem Wesentlichen ist, davon scheint Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver überzeugt. Die in dieser Situation reflexartig aufkommende Trainerdiskussion? Abgeschmettert! „Das ist überhaupt kein Thema. Es gibt an der Arbeit des Trainers nichts zu rütteln", bekannte sich Stöver zum Coach, der zumindest unter den Fans nach fünf Niederlagen in sechs Spielen nicht mehr unumstritten ist.
Aber Rapp hat in seinem halben Jahr an der Förde bereits erlebt, wie schnell sich der Wind drehen kann. Ein Sieg gegen den HSV –natürlich berichten wir auch am Sonntag wieder im Liveticker auf KN-online – und die Holstein-Welt sieht fast schon wieder rosig aus. Das ist das Schöne an diesem Wahnsinn, der sich Abstiegskampf nennt. Tippen Sie in unserer Umfrage auf KN-online auf das richtige Ergebnis!
Bleiben Sie nervenstark und gesund!
Ihr
Clemens Behr,
Holstein-Reporter
PS: Gute Nachrichten aus dem Storchennest gab es in dieser Woche auch. Während die KSV sportlich in heftige Turbulenzen geraten ist, verzeichnet die kaufmännische Abteilung für das Geschäftsjahr 2020/21 positive Zahlen: Das Umsatzplus von 3,9 Millionen Euro. Der langen Pokalreise sei Dank.
Zitat der Woche

„Man muss immer authentisch sein. Ich mache nicht den Zampano, es fliegen auch keine Stühle durch die Gegend, aber wir sprechen alles schon sehr deutlich an.“
Holstein-Cheftrainer Marcel Rapp über eine möglicherweise lautere Ansprache im Abstiegskampf.
Bild der Woche

Klare Botschaft: Die KSV-Angreifer Fin Bartels (li.) und Benedikt Pichler zeigen das Sondertrikot mit dem sich die Holstein-Profis im Heimspiel gegen den HSV aufwärmen werden. Foto: Holstein Kiel
Klare Botschaft: Die KSV-Angreifer Fin Bartels (li.) und Benedikt Pichler zeigen das Sondertrikot mit dem sich die Holstein-Profis im Heimspiel gegen den HSV aufwärmen werden. Foto: Holstein Kiel
Lesenswerte Artikel der Woche

Holstein Kiels Fin Bartels: „Sechs Spiele, in denen es nur ums Überleben geht“
Interview mit HSV-Trainer Tim Walter: "Die Jungs zweifeln nicht"
Holstein-Kiel-Trainer Rapp: Marcel Rapp: "Kann enge Geschichte werden, wenn wir so weitermachen"
Vor Duell mit Ex-Klub HSV: Holstein Kiels Fiete Arp spielt um seine Zukunft
Podcast „Holstein eins zu eins“: Buddha-Statuen für Projensdorf
Holstein Kiel: Uwe Stöver gibt Job-Garantie für Trainer Marcel Rapp
Vor HSV-Spiel: Holstein Kiel droht Ausfall von Lewis Holtby
Holstein Kiel verbucht Umsatzplus von 3,9 Millionen Euro
Sie möchten alle KN-Artikel lesen?

Einige der im Newsletter verlinkten Artikel sind für alle Leserinnen und Leser frei zugänglich, andere bieten wir ausschließlich unseren KN+-Abonnentinnen und -Abonnenten an. Sie haben noch kein KN+? Hier können Sie es einen Monat kostenfrei testen.
Services

Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.