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Holstein Kiel – Die Woche / Das verbotene W-Wort

Holstein Kiel – Die Woche Holstein Kiel – Die Woche
Liebe Leserinnen und Leser,
was war das bloß für eine turbulente Woche? Erst Holsteins Saison-“Lieblingsergebnis” (zum vierten Mal 0:3) gegen Hannover 96, und als alle dachten, jetzt packt der Trainer seine Mannschaft bei der Ehre und rüttelt sie so richtig wach, da packt er seine Sachen und rüttelt den ganzen Verein durcheinander. Ein wahres Trainerbeben.
Wieso streichen eigentlich fast alle Störche-Trainer der vergangenen Jahre an der Kieler Förde von alleine die Segel? Drei der letzten vier Chefcoaches machten auf eigenen Wunsch die Leinen los: erst Markus Anfang, danach Tim Walter und nach dem Missverständnis André Schubert (Beurlaubung nach nur sieben Pflichtspielen) nun Ole W… Halt. Stop! Genug vom W-Wort in dieser Woche. Ab sofort wird nur noch nach vorne geschaut.
Die Trainersuche ist nun die Aufgabe von Sportchef Uwe Stöver. Sein nächster Schuss muss sitzen, sonst kann es nach der vorerst als ziemlich misslungen zu betrachtenden abgelaufenen Transferperiode auch für den Geschäftsführer Sport eng werden. Im letzten Jahr konnte er die Mannschaft gut und sinnvoll ergänzen. Der von ihm zu gestaltende Kader-Umbruch in diesem Sommer hinterlässt seine bittere Wahrheit auf dem Platz - und da läuft aktuell nicht viel zusammen.
Konnte Dirk Bremser die zurecht völlig enttäuschten Störche-Profis nach dem schockierenden Montag-Erlebnis unter der Woche wieder aufrichten und für gute Stimmung sorgen? Er fordert vor allem Leidenschaft im Defensiv-Verhalten der Mannschaft. Wäre gut, denn am Sonnabend geht es zu keinem geringeren Klub als Liga-Spitzenreiter SC Paderborn. Ob der im Sommer dazu geholte Co-Trainer, der aufgrund seiner fehlenden Fußballlehrer-Lizenz nur 14 Tage den Chefcoach geben darf, auch in der nächsten Woche gegen Hansa Rostock das Team auf- und einstellt, ist noch nicht klar. Danach ist Länderspielpause. Die Suche nach dem W-Nachfolger läuft (hoffentlich) auf Hochtouren.
Doch wer könnte es werden? Markus Kauczinski war der zuerst gehandelte Name. Klar, den kennt Stöver aus seiner Zeit bei St. Pauli. Fraglich allerdings, ob ihn noch mehr qualifiziert, um im Ausbildungsverein Holstein Kiel mit geringen finanziellen Mitteln talentierte Spieler zu von Bundesligisten umworbenen Profis zu formen. Florian Kohfeldt, wie Werner (upps!) ein Mann der jüngeren Trainergeneration, würde man dies sicher zutrauen. Doch der Ex-Werder-Coach liegt mit seiner mehrjährigen Bundesliga-Erfahrung wohl ein Regal zu hoch für die KSV.
Gut passen würde dagegen Daniel Thioune. Der 47-jährige Norddeutsche (Osnabrück) dürfte nach seiner Beurlaubung beim Hamburger SV im vergangenen Mai wieder Lust auf einen neuen Klub haben. Der Zweitliga-Aufstieg mit dem VfL Osnabrück 2019 machte Thioune zu einem der heißesten Eisen auf dem Trainermarkt. Derzeit ist es ruhiger um ihn geworden. Warum also nicht Kiel?
Wer auch immer es wird: Zu hoffen bleibt, dass sich die Störche schnell aller Abstiegssorgen entledigen. Und dass die KSV auch bei den Fans wieder das emotionale Feuer entfacht, das ich seit dem Aufstieg in die Zweite Liga im Holstein-Stadion erleben durfte und das nach der Rückkehr der Zuschauer auf die Tribünen derzeit noch auf Sparflamme zu glimmen scheint.
Haben Sie ein entspanntes Wochenende ohne Holstein-“Lieblingsergebnis”!
Sportliche Grüße,
Ihr Alexander Hahn
Zitat der Woche

In dem Moment war ich erst einmal geschockt, weil ich damit nicht gerechnet habe. Und natürlich auch ein Stück weit enttäuscht.
KSV-Kapitän Hauke Wahl über den Moment am Montagabend, als Uwe Stöver ihn telefonisch über den Rücktritt Ole Werners informierte
Bild der Woche

So viele Medienvertreter wie am Dienstagvormittag kamen lange nicht zum Holstein-Training nach Projensdorf. KSV-Geschäftsführer Uwe Stöver erklärt am Spielfeldrand den Journalisten die Lage der cheftrainerlosen KSV. Foto: Pat Scheidemann
So viele Medienvertreter wie am Dienstagvormittag kamen lange nicht zum Holstein-Training nach Projensdorf. KSV-Geschäftsführer Uwe Stöver erklärt am Spielfeldrand den Journalisten die Lage der cheftrainerlosen KSV. Foto: Pat Scheidemann
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