Holstein Kiel – Die Woche / Jedem Anfang wohnt ein Schauder inne

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Holstein Kiel – Die Woche Holstein Kiel – Die Woche
Moin, liebe Leserinnen und Leser,
jedem Anfang (nicht Markus, Anm. d. Red.) wohnt ein Zauber inne. So hat es sich dereinst Hermann Hesse zusammengesponnen. Er lag, das muss man als Beobachter der Störche so feststellen, daneben. Dem Anfang von Marcel Rapp als Trainer des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel jedenfalls wohnte ganz und gar kein Zauber inne. Vielmehr ein Schauder. 90 Minuten der fürchterlichen Art zum Auftakt in Ingolstadt. Das Zauberhafteste war das Endergebnis: 1:1, ein Punkt. Das ist mehr als keiner.
Der Rest: zum Davonlaufen. Vor allem die zweite Hälfte des Kellerduells war den Ansprüchen der KSV, die in der neuen 3-5-2-Grundordnung auflief, schlicht unwürdig. Es sei “wahrscheinlich die schwächste Kieler Halbzeit seit dem Aufstieg in die Zweite Liga 2017” gewesen, kommentierte mein geschätzter Kollege Niklas Schomburg. Ich kann nicht widersprechen.
Das Schöne am Fußball: Man kann auch den miesesten Eindruck mit einem guten Auftritt im nächsten Spiel direkt wieder korrigieren. Am Sonnabend kommt Darmstadt 98 ins Holstein-Stadion (13.30 Uhr, im KN-Liveticker), das wäre doch so eine Gelegenheit. Zumal es Rapps Heimdebüt ist, Spiel eins vor den eigenen Fans. Anfang mit Zauber, der zweite Versuch. Hesse drückt die Daumen.
Dass es allerdings schwer wird, ist in dieser Liga eine Binse. Und ist im Falle Darmstadts noch einmal offensichtlicher: Die Hessen schießen sich gerade im Rausch an die Spitzengruppe heran. 6:1 gegen Sandhausen, 3:0 gegen Werder Bremen und Ex-Trainer Anfang (diesmal der Markus, d. Red.) - die produktivste Torfabrik der Liga wird auch an der Förde die Fließbänder anschmeißen wollen. Da kommt einiges an Arbeit auf die Abwehr und Rapps vorläufige Nummer eins Thomas Dähne zu.
An der Defensive, zumindest das ein Hoffnungsschimmer, hat es in Ingolstadt aber nicht wirklich gelegen. Es war das Offensivspiel, die Planlosigkeit mit Ball, die absurde Fehlerquote. Spieler und Trainer sind sich dessen bewusst. Und sie wissen, worauf es jetzt ankommt. “Nur mit Freude und Spaß kannst du guten Fußball spielen”, sagt etwa Fin Bartels. Also dann, Zeit für den Neu-Anfang.
Ich wünsche Ihnen ein Wochenende voller Freude und Spaß. Und etwas Zauber.
Ihr
Marco Nehmer,
Holstein-Reporter
Zitat der Woche

Kostic ist auf dieser Position ein Vorbild für mich. An ihm sieht man ja, dass man diese Position auch offensiv interpretieren kann.
Fabian Reese, in Ingolstadt aufgrund der Umstellung auf 3-5-2 nur auf der Bank, will um seinen Stammplatz kämpfen - und sich im neuen System als Flügelverteidiger nach prominentem Frankfurter Vorbild aufdrängen.
Bild der Woche

Fußball-Lehrer: Marcel Rapp schult seine Mannschaft im Training an der Taktiktafel. Analoge Kurzvorlesungen gehören unter ihm genauso dazu wie das Videostudium. Foto: Uwe Paesler
Fußball-Lehrer: Marcel Rapp schult seine Mannschaft im Training an der Taktiktafel. Analoge Kurzvorlesungen gehören unter ihm genauso dazu wie das Videostudium. Foto: Uwe Paesler
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