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Holstein Kiel – Die Woche / Kieler Bruchpiloten und der Bruchweg-Boy

Holstein Kiel – Die Woche Holstein Kiel – Die Woche
Moin, liebe Leserinnen und Leser,
0:3, 0:3, 0:3. Drei Spiele, drei Niederlagen - so schlecht wie 2021/22 ist Holstein Kiel letztmals vor zwölf Jahren in eine Saison gestartet. Damals stand am Ende der Abstieg aus der Dritten Liga in die Regionalliga. Auch wenn die Zeiten andere sind und der Vergleich hinkt: Die Lage ist ernst.
Die Pleite gegen Jahn Regensburg sollte endgültig alle Alarmglocken zum Schrillen gebracht haben. Es mag vernünftige Spielphasen gegeben haben, mit etwas mehr Matchglück hätte die KSV auch in Führung gehen können - die Art und Weise, wie sich Holstein die Gegentore fing, war aber wieder einmal bedenklich. “So spielt ein Absteiger”, meint mein Kollege Niklas Schomburg.
Die Zeit des Schönredens ist vorbei. Der Ton wird schärfer, das muss er auch. Im Training unter der Woche hat Trainer Ole Werner seiner Mannschaft Feuer gemacht. Man kann nur hoffen, dass sich dieses Feuer sich heute Abend auf den Platz überträgt. Denn im Falle einer Niederlage bei Fortuna Düsseldorf (18.30 Uhr, im Liveticker auf KN-online) dürften sich die Gewitterwolken über Projensdorf weiter zusammenziehen.
Dass die sportliche Führung dabei nicht untätig zusehen will, hat sie in dieser Woche mit dem Transfer von Lewis Holtby unterstrichen. Der Ex-Hamburger, zuletzt vertragslos, soll dem Spiel mehr Ordnung geben, als Führungsfigur vorangehen. Die Verpflichtung des 30-Jährigen ist zwar auch ein Eingeständnis des Scheiterns der bisherigen Transferpolitik. Die Alternative hätte indes darin bestanden, nicht zu handeln. Und das wäre nach den bisherigen Auftritten wohl die schlechteste aller Optionen gewesen.
Ob Holtby, der frühere “Bruchweg-Boy”, die Störche-Band wieder zum Klingen bringt? Er selbst ist jedenfalls heiß drauf, endlich loszulegen. Um das Ruder herumzureißen, das Tief über der Förde zu vertreiben. “Wenn wir Spiele gewinnen, kommt auch wieder dieser Flow, der Kiel in der vergangenen Saison so ausgezeichnet hat”, hat er uns im Gespräch gesagt. Hier können Sie unsere Holtby-Geschichte lesen.
Womöglich bekommt er heute seine ersten Einsatzminuten. Der Heilsbringer kann und wird er aber (noch) nicht sein. Die Mannschaft muss als Kollektiv arbeiten. Um endlich das erste Tor zu schießen, den ersten Punkt zu holen. Es wird Zeit, anzufangen. Bevor es zu spät ist.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende - frei von Gewitterwolken.
Ihr
Marco Nehmer
Holstein-Reporter
Zitat der Woche

 Dass es so schlecht anfängt, hätten wir nach der Vorbereitung nicht gedacht.
Innenverteidiger Stefan Thesker hatte einen schweren Saisonstart erwartet - aber nicht in dieser Dramatik.
Bild der Woche

Der zieht ‘ne Flunsch, sacht man im Norden: Uwe Stöver (2. v. re.) machte nach dem 0:3 gegen Regensburg mimisch nicht wirklich einen Hehl aus seiner Enttäuschung. Foto: Uwe Paesler
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